Stundenlohn als Handwerker - so viel kosten Handwerker
Stundenlohn im Handwerk

Stundenlohn als Handwerker

Überreichen auch Sie manches Mal nach perfekter Arbeitsausführung dem Kunden Ihre Rechnung – und müssen sich Vorwürfe ob der Höhe gefallen lassen? Ob Sie als Elektroinstallateur, Dachdecker oder Heizungsinstallateur arbeiten: Sie wären nicht der Einzige, der sich für einen veranschlagten Stundenlohn von 40 oder 60 Euro rechtfertigen muss. Dabei übersehen Ihre Auftraggeber, dass Sie damit häufig gerade einmal Ihre Kosten decken. Wie aber setzt sich Ihr Stundenlohn als Handwerker zusammen, und wie können Sie künftig auf Ihre Kosten kommen, ohne überhöhter Kosten beschuldigt zu werden? Wie lässt sich die Diskrepanz zwischen der Ansicht der Kunden und der Realität überwinden?

 


Was kostet ein Handwerker?

Knapp 60 Prozent aller Handwerksbetriebe im Rhein-Neckar-Kreis zahlen ihrer Handwerkskammer nicht mehr als den Grundbeitrag – in anderen Worten: Sie verdienen weniger als 24.500 Euro jährlich und damit eigentlich zu wenig für die wirtschaftsstarke Metropolregion. Doch wie wird überhaupt berechnet, was ein Handwerker pro Stunde kostet?

Gegenüber angestellten Handwerkern werden Sie als selbstständiger Maler, Friseur oder Maurer nicht tariflich mit einem monatlichen Festeinkommen bezahlt. Sie bestimmen Ihren Stundenlohn alleine – dürfen sich aber nicht über seine komplette Höhe freuen. Denn was Sie verrechnen, verdienen Sie zwar aufgrund Ihrer Leistung, leider jedoch nicht wirklich. Vielmehr entfallen branchenabhängig:

  • rund 28 Prozent auf den Bruttolohn Ihres Gesellen
  • acht bis zwölf Prozent auf die gesetzliche Sozialversicherung inklusive Ihren Arbeitgeberanteilen zu seiner Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie einer Lohnfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen oder im Krankheitsfall
  • zwischen zehn und 15 Prozent auf tarifliche Sozialaufwendungen wie Urlaubsgeld oder ein 13. Monatsgehalt
  • 25 bis 35 Prozent auf die Deckung betrieblicher Allgemeinkosten wie Gehälter von Büromitarbeitern oder Energiekosten. Diese Marge enthält zugleich die Verzinsung des Eigenkapitals sowie einen Betriebsgewinn als fiktiven Unternehmerlohn; ein zusätzlicher Aufschlag um bis zu 0,03 Prozent wird als Sicherheit mit einkalkuliert

Im Ergebnis verbleiben Ihnen vom Gesamtstundensatz durchschnittlich gut zwei bis drei Prozent als verhandelbare Gewinnanteile – oder bildlicher ausgedrückt: zwischen einem und einem Euro fünfzig bei einem Nettostundenlohn von 50 Euro.

Stundenlohn je nach Handwerker-Branche

Sie müssen Ihre Leistung auch nicht per Stunde verrechnen. Während Sie als Installateur oder Monteur für Ihren Kostenvoranschlag wahrscheinlich den erforderlichen Zeitaufwand pro Stunde kalkulieren, erstellen Sie als Maler Ihr Angebot möglicherweise bevorzugt anhand der zu streichenden Fläche und den erforderlichen Vor -und Nacharbeiten. Als Friseur stellen Sie die gewünschte Dienstleistung abhängig von der Haarlänge als Pauschalpreis in Rechnung, und als Dachdecker wiederum sollten Sie sich eine Abrechnung ohne Fixpreis offenhalten, die sich an Anfahrtskosten, Material- und Arbeitsaufwand orientiert. Auch die Abrechnungsmodalitäten variieren: Führen Sie als Schlosser oder Elektriker oftmals kleinere Reparaturarbeiten aus, überlegen Sie, ob Sie jede angefangene Viertel, halbe oder ganze Stunde berechnen möchten.

Die folgend angegebenen Preise verstehen sich ausnahmslos als grobe aktuelle (Stand: Mai 2021) Richtwerte zu einer Einschätzung möglicher Gesamtkosten und einem Vergleich mit anderen Betrieben.

Maler

Stundenlohn Maler

Sie berechnen Ihre Malerstunde mit 30 bis 40 Euro? Damit liegen Sie im Durchschnitt – aber leider auch im Niedrigtarif-Lohnbereich. Durch Ihre vergleichsweise geringen Materialkosten und den ebenso geringen Raumbedarf werden Ihre Betriebskosten entsprechend knapp angesetzt.

Elektriker

Stundenlohn Elektriker

Sie erinnern sich an Ihren eher niedrigen Tariflohn als Geselle? Als Meister können Sie eine Stunde Ihrer Arbeit je nach Region mit 40 bis 55 Euro abrechnen. Schließlich müssen Sie hochwertiges Material lagern und versichern und dafür Kapital zurücklegen.

Dachdecker

Stundenlohn Dachdecker

Berechnen Sie Ihren Kunden zwischen 45 und 60 Euro pro Stunde, befinden Sie sich gleichauf mit Ihren Dachdecker-Kollegen. Nicht zuletzt aufgrund Ihrer obligatorischen Sicherheitsausrüstung, aber auch relativ hoher Löhne, kostspieligen Werkzeuge und umfangreichen Lagerbestände liegen Ihre Abrechnungssätze an der Spitze aller Handwerke.

Trockenbauer

Stundenlohn Trockenbauer

Sie haben sich im Trockenbau selbstständig gemacht? Dann kalkulieren Sie mit einem Stundensatz von 45 bis 55 Euro. Allerdings erfordern großflächige Tätigkeiten zumeist die Unterstützung von Angestellten, Ein-Mann-Betriebe sind im Trockenbau eher selten. Dadurch steigen Ihre Kosten; zudem benötigen Sie eine Vielzahl an Arbeitsgeräten und einen zuverlässigen Transporter.

Maurer

Stundenlohn Maurer

Sie führen Ihr eigenes Maurer-Unternehmen? Mit einem Verrechnungssatz zwischen 35 und 50 Euro lägen Sie im deutschlandweiten Durchschnitt. Ihre größte Kalkulationsvariable ist das Wetter: Saisonbedingt ist Ihre Auftragslage in den Wintermonaten normalerweise spärlich – Ihre Angestellten haben hingegen rund ums Jahr Anspruch auf dasselbe Gehalt.

Heizungsmonteur

Stundenlohn Heizungsmonteur

Mit 40 bis 60 Euro dürfen Sie als Heizungsbauer oder Wasserinstallateur recht hohe Stundensätze berechnen – Sie tragen der Umwelt gegenüber eine große Verantwortung, und Ihr Materiallager ist wertvoll. Allerdings müssen Sie auch Ihre Mitarbeitern entsprechend entlohnen.

Handwerkerstunde je nach Qualifikation

Auch als Handwerker steigt Ihr Gehalt mit Ihrer Qualifikation. In der Regel durchlaufen Sie nach einer erfolgreich beendeten Ausbildung Ihre Gesellenzeit und können sich danach in zulassungspflichtigen Handwerken zu Ihrer Meisterprüfung melden. Grundsätzlich liegen die Durchschnittsverdienste mit einem Meistertitel über denen der zulassungsfreien oder handwerksähnliche Betriebe, wobei die einzelnen Verrechnungssätze auch innerhalb der einzelnen Fachbereiche differieren. Dennoch lassen sich für die Monatsgehälter von Auszubildenden, Gesellen und Meistern grobe Werte angeben.

Azubi

Sie planen eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb? Branchenunabhängig erhöht sich Ihr Gehalt pro Lehrjahr. Doch die Spanne zwischen den einzelnen Fachbereichen und Regionen ist groß. Interessieren Sie sich für eine Tätigkeit als Fliesenleger, können Sie in Ihrem ersten Lehrjahr mit einem monatlichen Kontoeingang zwischen 550 und 690 Euro rechnen, mit zunehmender Berufserfahrung mit 750 bis 1060 Euro und im dritten Ausbildungsjahr mit 950 bis 1340 Euro. Damit erhalten Sie einen höheren Durchschnittslohn als die meisten anderen Auszubildenden.

Der Durchschnittswert eines Azubi-Gehaltes lag für die komplette Ausbildungszeit im Jahr 2019 deutschlandweit bei 939 Euro brutto. Als Schornsteinfeger jedoch konnten Sie davon nur träumen, als Zimmerer hatten Sie gut lachen:

  • bis 800 Euro: Schornsteinfeger 608, Raumausstatter 633, Klempner 772 Euro
  • bis 1.000 Euro: Dachdecker 920 Euro
  • über 1.000 Euro: Betonbauer 1118, Stuckateur 1160, Maurer 1084, Fliesenleger 1082, Zimmerer 1114 Euro

Geselle

Auch als Geselle richtet sich Ihr Gehalt nach Ihrem Handwerk und Ihrer Qualifikation sowie aufgrund regional unterschiedlicher Tarifvereinbarungen nach dem Sitz Ihres Betriebes. Doch auch innerhalb Ihres Handwerks ergeben sich Differenzen. Liegt Ihr durchschnittliches Brutto-Einstiegsgehalt als Fliesenleger in einem Kleinbetrieb bei rund 1.950 Euro, können Sie in einem bayerischen Handelsunternehmen bereits 3.200 Euro mit nach Hause nehmen, in Berlin hingegen nur 1.750 Euro.

Sie interessieren sich mehr für Elektronik als für Fliesen? Dann interessiert Sie vielleicht auch, dass Ihr Startgehalt als Elektroniker mit rund 1.500 bis 2.000 Euro beziffert wird, Sie allerdings bereits nach einigen Jahren Berufserfahrung 2.600 Euro verdienen können.

Meister

Je nachdem, ob Sie parallel zu Ihrer beruflichen Tätigkeit oder in Vollzeit Ihren Meistertitel erwerben möchten, sollten Sie ein bis dreieinhalb Jahre für diese Weiterbildung veranschlagen. Doch der Aufwand lohnt: Mit der Zertifikation steigt Ihr Gehalt gegenüber dem als Geselle durchschnittlich um über 18 Prozent. Auch hier unterscheiden sich die einzelnen Handwerke – die folgenden Durchschnittswerte für monatliche Bruttogehälter gelten für Sie, lassen Sie sich mit Meisterbrief in einem Unternehmen anstellen:

  • Elektroniker: 3.733 Euro
  • Dachdecker, Maurer, Zimmerer: 3.300 Euro
  • Goldschmied, Fleischer: 2.808 Euro
  • Friseur, Kosmetiker: 2.000 Euro

Unterschiede je nach Region in Deutschland

Von den Ausbildungsvergütungen bis hin zum Monatsverdienst von Meistern – die jeweiligen Gehälter differieren in den einzelnen Bundesländern stark. Grundsätzlich liegen sie in den neuen Bundesländern auf einem niedrigeren Niveau als im Westen. Doch auch zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz oder Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern finden sich teils erhebliche Unterschiede.

Der Analyse der monatlichen Durchschnitts-Bruttoeinkommen in Euro einzelner Handwerke wurden 40 Wochenstunden zugrunde gelegt und sämtliche Altersklassen und Qualifikationen berücksichtigt. Um es vorneweg zu nehmen: Als Zimmermann in Baden-Württemberg führen Sie die Gehaltsliste an, als Maler in Sachsen-Anhalt halten Sie bei diesem Vergleich von 2018 die Schlusslaterne in der Hand.

Bundesland

Maler

Klempner

Zimmermann

Baden-Württemberg

2.613

2.929

2.939

Bayern

2.566

2.734

2.685

Berlin

2.216

2.356

2.477

Brandenburg

2.110

2.012

2.350

Bremen

2.776

2.308

2.627

Hamburg

2.399

2.902

2.676

Hessen

2.393

3.057

2.929

Mecklenburg-Vorpommern

1.988

1.941

2.010

Niedersachsen

2.549

2.410

2.746

Nordrhein-Westfalen

2.498

2.585

2.856

Rheinland-Pfalz

2.274

2.447

2.887

Saarland

2.442

2.511

2.898

Sachsen

1.937

2.170

2.042

Sachsen-Anhalt

1.906

1.991

2.204

Schleswig-Holstein

2.476

2.319

2.847

Thüringen

2.240

2.064

2.137

Bei weiteren aktuellen Vergleichen von 2021 wurden in Abhängigkeit der geltenden Tarifverträge und Unternehmensgrößen zudem Übersichten zum durchschnittlichen monatlichen Bruttoverdienst von Elektrikern, Dachdeckern und Anlagenbauern veröffentlicht:

Über die Unterschiede der einzelnen Bundesländer hinaus sorgen uneinheitliche Tarifverträge auch für ein Stadt-Land-Gehaltsgefälle.

Tabellen: Monatlichen Durchschnitts-Bruttoeinkommen in Euro einzelner Handwerke.

Bundesland

Elektriker

Dachdecker

Anlagenmechaniker Sanitär/Heizungsbauer

Baden-Württemberg

2.825

3.070

3.454

Bayern

3.001

2.977

3.348

Berlin

2.534

2.667

2.998

Brandenburg

2.330

2.253

2.528

Bremen

2.571

2.730

3.065

Hamburg

2.877

3.003

3.376

Hessen

2.628

3.074

3.540

Mecklenburg-Vorpommern

3.025

2.160

2.422

Niedersachsen

2.517

2.606

2.929

Nordrhein-Westfalen

2.682

2.874

3.219

Rheinland-Pfalz

2.840

2.787

3.132

Saarland

2.722

2.706

3.040

Sachsen

2.286

2.272

2.550

Sachsen-Anhalt

2.289

2.231

2.504

Schleswig-Holstein

2.816

2.503

2.811

Thüringen

2.370

2.301


Tarifliche Regelungen

Auf der Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales können Sie das Verzeichnis aller aktuell verbindlichen Tarifverträge einsehen. Während der vergangenen Jahre wurden allgemeine Verbindlichkeitserklärungen zu Mindestlöhnen in Tarifverträgen für verschiedene Handwerker-Branchen verabschiedet, darunter Bundesrahmentarifverträge, Sozialkassenverfahren und weitere zahlreiche Varianten für

  • Schornsteinfeger
  • Elektrohandwerk
  • Baugewerbe
  • Maler, Lackierer
  • Steinmetz, Steinbildhauer
  • Dachdecker
  • Gebäudereiniger
  • Gerüstbauer

Dabei sind zum 1.1.2021 die Branchen-Mindestlöhne bei Elektronikern, Gebäudereinigern, Dachdeckern und Schornsteinfegern sowie bei Glas- und Fassadenreinigern angestiegen. Die Lohnuntergrenzen für Maler und Steinmetze werden im Laufe des Jahres neu verhandelt.

Dennoch können sich die Ausführungen der regionalen Tarifverträge auch innerhalb der Branchen unterscheiden und entsprechend Ihren Stundenlohn beeinflussen.


Entwicklung der letzten Jahre

Branchenübergreifend steigen Löhne im Handwerk kontinuierlich an – ob Sie ungelernter Arbeiter, Geselle, Meister oder eine andere qualifizierte Fachkraft sind. Statistischen Erhebungen zufolge betrugen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Jahr 2000 in Westdeutschland durchschnittlich 501, 2020 bereits 854 Euro.

Ein ähnliches Bild zeigt die Entwicklung der Vergütung Nordrhein-Westfälischer Bäcker und Maler:

Bäckerhandwerk – Stundenlohn verantwortlicher Abteilungsleiter

  • 1990: 9,53 (umgerechnet in) Euro
  • 2000: 13,05 Euro
  • 2010: 13,05 Euro
  • 2016: 17,29 Euro

Malereibetrieb – Stundenlohn Vorarbeiter

  • 1990: 10,41 (umgerechnet in) Euro
  • 2000: 14,47 Euro
  • 2010: 16,09 Euro
  • 2016: 18,31 Euro

Vielleicht können auch Sie sich freuen: Unter anderem mit Arbeitgebern des Elektrohandwerks hat die IG Metall 2020 einen Tarifvertrag mit stufenweisen Gehaltserhöhungen vereinbart.

Ausblick auf die nächsten Jahre

Vor allem in zukunftsorientierten Branchen prognostizieren Experten qualifizierten Fachkräften aufgrund der erhöhten Nachfrage bis zum Jahr 2030 einen Jahresverdienst von durchschnittlich 3.500 Euro mehr als zum aktuellen Zeitpunkt.

Sie sind selbstständiger Elektrotechniker, Anlagenbauer oder Dachdecker? Durch die wachsende Bedeutung klimafreundlicher Mobilität, Energiegewinnung und Co. werden Ihre Fähigkeiten als Kfz-Mechaniker für Elektrofahrzeuge ebenso gefragt sein wie als Installateur von Photovoltaikanlagen und Smart-Home-Devices oder bei der Begrünung von Flachdächern.

Stundenlohn im Ausland

Ein internationaler Vergleich von Handwerksbetrieben anhand der Stundenlöhne alleine ist nur bedingt aussagekräftig – schließlich beeinflussen auch Sozialabgaben und Lebenshaltungskosten den Verdienst. Dennoch ein Blick über den Tellerrand:

Spanien

Das durchschnittliche Festgehalt spanischer Handwerker liegt rund 20 Prozent unter dem in Deutschland. Primär regionale Begebenheiten verantworten, ob Sie 800 oder 1.300 Euro im Madrid, Bilboa oder Sevilla verdienen.

USA

Das Durchschnittsgehalt für Handwerker in den USA wird mit umgerechnet 2.323 Euro beziffert. Als Dachdecker, Maurer oder Klempner stehen Sie mit einem Monatseinkommen von 2.356, 2.379 bzw. 2.274 Euro auf einer der unteren Leitersprossen, als Maschinenbauingenieur können Sie sich über grob 5.447 Euro freuen.

Luxemburg

Luxemburgs Gehälter unterscheiden sich nach Branche, zählen allgemein jedoch zu den höchsten Europas. Geht es Ihnen um Ihr Jahreseinkommen, sollten Sie in den Finanzsektor wechseln: Statt rund 40.628 Euro als Handwerker verdienten Sie in diesem Fall 89.732 Euro.

Schweiz

Sie möchten sich in der Schweiz als Maler, Trockenbauer, Zimmerer, Dachdecker oder Metallbauschlosser niederlassen? Dann dürfen Sie zwischen 45 und 70 Euro stündlich verlangen. Das ist zwar etwas mehr als in Deutschland, doch die Lebenshaltungskosten der Alpenrepublik liegen über denen hierzulande.

Als Angestellter erhalten Sie in Bauberufen besonders hohe Mindestlöhne. Als Schreiner können Sie umgerechnet 4.343, als Polier bis zu 7.000 Euro verdienen – allerdings nur mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis.

Der monatliche Durchschnitts-Bruttolohn für Handwerksberufe allgemein wird für Männer mit 5.330 und Frauen mit 4.346 Euro beziffert.

Kroatien

Bis zum 1.1.2023 muss Kroatien noch auf den Euro warten – Sie verdienen derzeit als Maschinenbauer rund 1.161, in der Metallverarbeitung 1.036 und als Elektrotechniker 1.340 Euro.

Polen

Polen ist das Schlusslicht des internationalen Vergleichs: Mit einer fachlichen Qualifikation als Vorarbeiter oder Meister können Sie rund 1.056 Euro brutto verdienen, als Kfz-Mechaniker 956 und im Baugewerbe 992 Euro.

Für alle Euro-Angaben gilt eine jeweilige Umrechnung der Landeswährungen mit Stand Mai 2021.

Handwerkerstundensatz kalkulieren – Anleitung

Um Ihren Stundensatz nicht zu knapp zu kalkulieren, sollten Sie Ihr unteres Preislimit kennen, welches unter anderem von Ihrer Branche, den Mitarbeiterqualifikationen, aber auch dem Standort Ihres Betriebes abhängt. Denken Sie an sämtliche Gelder, zu deren Abführung Sie verpflichtet sind, und berechnen alle Positionen einzeln, damit am Ende Umsatz und Gewinn Ihres Handwerksbetriebs stimmen.

Eine Beispielrechnung:

  • Stundensatz brutto: 61,42 Euro
  • Stundenlohn brutto: 16 Euro
  • Lohnnebenkosten, u.a. Arbeitgeberbeiträge Sozial, Renten-, Kranken-, Unfallversicherung, Urlaub, Feiertage, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Weihnachtsgeld: 13,42 Euro
  • Betriebliche Gemeinkosten, u.a. Raum-, Energiekosten, betriebliche Versicherungen, Gehälter Büro-Mitarbeiter, Porto, Telefon, Werbung, EDV, Fahrzeugkosten, Wartung und Reparaturen, Kreditzinsen, Abschreibungen Wirtschaftsgüter, kalkulatorische Kosten wie Verzinsung des Eigenkapitals: 19,61 Euro
  • Gewinn: 2,58 Euro
  • 19 Prozent Umsatzsteuer: 9,81 Euro
  • Stundenverrechnungssatz netto: 51,61 Euro

Eine beliebte Methode der Stundensatzberechnung im Handwerk basiert auf der produktiven Kapazität und den Kosten des Unternehmens. Eine Nachkalkulation hilft Ihnen, künftige Stundensätze noch präziser zu berechnen.

Tipp: Kalkulationssoftware verwenden

Mit der Kalkulationssoftware Streit V.1 steht Ihnen eine hocheffektive, ertragsoptimierte Kalkulationshilfe in Ihrem Handwerk zu Verfügung. 


Häufige Fehler beim Ermitteln der Stundensätze von Handwerksbetrieben

Fehler unterlaufen jedem einmal – kalkulieren Sie jedoch zu knapp, kann dies langfristig die Existenz Ihres Betriebs gefährden. Vermeiden Sie gerade als Unternehmensgründer Kardinalfehler wie

  • eine Unterschätzung steigender Lebenshaltungskosten, der Kosten für Ihre Altersvorsorge, Sozial- und andere Versicherungen sowie Rücklagen für schlechte oder Urlaubszeiten
  • Eine Nicht-Berücksichtigung der kalkulatorischen Miete oder einer Verzinsung des Eigenkapitals, steigender Energie- und Rohstoffbeträge oder Marketingmaßnahmen aufgrund des derzeitigen Fachkräftemangels

Sie delegieren nur noch? Bedenken Sie in diesem Fall, dass Ihre Angestellten Ihr Gehalt mit erwirtschaften müssen.

Auch ineffiziente Maschinen erweisen sich als Kostenfresser – kontrollieren Sie regelmäßig ihren Auslastungsgrad, erwägen Sie eine Kooperation mit anderen Handwerken.

Hinterfragen Sie Ihre Stundensätze regelmäßig und passen Sie sie den aktuellen Gegebenheiten an: Derzeit können Sie im Baugewerbe hohe Stundensätze besser verkaufen als mit einem Friseurbetrieb.


Wie können Handwerker höhere Preise durchsetzen?

Sobald Ihr Kunde die Zusammensetzung Ihrer Preise versteht, wird er sie Ihnen auch zahlen. Sprechen Sie hierfür mit Ihrer Handwerkskammer und bitten um die Erstellung von Flyern mit einer für Laien verständlichen skizzenhaften die Zusammensetzung Ihres Handwerker-Stundenlohns.

Sie sind eine Fachkraft – verkaufen Sie sich entsprechend! Brechen Sie alte Strukturen auf und gewähren Sie nicht sofort Rabatte, Skonti oder kostenlose Zusatzleistungen. Veranschlagen Sie höhere Preise, werden Sie automatisch als höher qualifiziert betrachtet.


Fazit

Es ist eine Gratwanderung: Sie müssen an sich, Ihre Zukunft und Ihre Angestellten denken, dürfen gleichzeitig Kunden nicht mit zu hohen Preisen verprellen und dadurch Aufträge gefährden. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kalkulation und sprechen Sie offen mit Ihren Auftraggebern. So werden Sie Ihren Betrieb auch künftig wirtschaftlich erfolgreich führen. Denn qualifizierte Handwerker sind immer gefragt!